Über das erste Kino meiner Kindheit in München den Kristallpalast hab ich ja hier schon berichtet.
Heute wieder mal eine kleine Erinnerung an den alten Münchner Hauptbahnhof der in meiner Kindheit Anfang der 1960er Jahre noch nagelneu war und sehr schön aussah – Fotos+Berichte hier und hier.
Die Dienstmänner, die einem gegen Gebühr das Gepäck zum Zug oder zur Gepäckaufgabe brachten, waren sehr eigenwillige Charaktere. Ludwig Thoma hat ihnen mit seinem 'Engel Aloisius' ein Denkmal gesetzt.
Die einen waren dauergrantig und nörgelten missmutig vor sich hin. "Ja wos ham's denn in eanam Koffa? Bringas da Verwandschaft Felsbrockn ois G'schenk, oda wos, Sacklzementnomoinei."
Andere wiederum waren lustig und gesprächig wie Friseure. "Wo fahrt's hi? Nach Plattling! Da wohnt mei Exfrau! Sogts dem Grant-Scherb'n an scheena Gruaß vo mia! Haha!"
Die Schutzmänner von der Bahnpolizei rund um und im Bahnhof waren ähnliche Kaliber. Da gab es die sturen Paragraphenreiter und die kulanten, die alle Fünfe auch mal grade sein lassen konnten. Hektisch und menschenmassig ging es auch damals schon zu, auch Gewalttätigkeiten und Diebstahl waren unterwegs, aber für uns Kinder immer ein spannendes Gewusel.
Den Service der Dienstmänner gibt es schon lange nicht mehr. Wenn sie die rollenden Kleiderschränke sehen würden, mit denen Reisende heute unterwegs sind, würden sie vermutlich sofort streiken. Auch die Bezeichnung Schutzmann der Bahnpolizei hat sich geändert. Genau wie die Zuständigkeiten der einzelnen Behörden. Aber das wäre wieder ein anderes Thema. 😀

liebe Dani in die 60ziger Jahre zurück - zu gucken - toll finde ich ja all die alten Geschichten sie sind irgendwie echter, a´berührender die es zu lesen gab weil die Welt im Gegensatz zu heute viel -tja wie soll ich es ausdrücken natürlicher und weniger künstlich aufgemotzt war - wie aus dem richt'gen Leben halt ohne viel Schmu....auch durch die echte Sprache der Dialekte liest es sich einfach amüsant und schön...dazu das schwarz-weiß Bild das bestimmt Seltenheitswert hat.
AntwortenLöschenDu hattest außerdem im Kommentar bei mir nach den BX-Büchern die du durch den Link nicht fandest gefragt, nun - ich hab dir unter deinen Kommentar und in den Beitrag darüber einen der Links zu einem Buch gesetzt sodass du es lesen und im Original Text und Bild lesen und mit einem Klick sehen kannst, viel Vergnügen beim lesen und herzlichen Dank für dein Interesse...
ganz liebe Grüße angel..
Das München der 1960er Jahre existiert heute nicht mehr. Deshalb finde ich es ja immer wieder spannend das Damals mit dem Heute zu vergleichen und Orte oder Erlebnisse hier zu konservieren die verschwunden sind. Die erste große Welle der Veränderung in München begann ca. 1968 mit der Vorbereitung der kompletten Stadt für Olympia 1972. Da floß der Beton in Strömen.
LöschenDanke für deinen Link – werde ich mich mal einlesen sobald mehr Zeit ist. Übrigens bin ich ein Leser und keine Leserin. Es soll ja auch Männer geben die lesen können ;-)
Fröhliche Grüße!
Einst und jetzt gibt es als Rubrik auch über Bremerhaven und im Historischen Museum vor Ort.
AntwortenLöschenDer große Bremer Hauptbahnhof ist mir aus der Kinderzeit noch in Erinnerung. Wenn die Oma aus Holland abgeholt wurde benötigte man ein Bahnsteigkarte und immer war damit für mich Fernweh und Abenteuer verbunden.
An Dienst- und Schutzmänner gibt es kein Erinnern.
Im letzten Jahr nahm ich die Veränderungen am Bahnhof erfreut zur Kenntnis, neue Geschäfte, weniger Ramsch und viel Polizeipräsenz.
Fröhlichen Morgengruß!
Ja genau, die Bahnsteigkarte zum betreten der Bahnsteige war auch so eine Besonderheit die es nicht mehr gibt. Ich hab die Kärtchen zum spielen gesammelt. Hatte eine Kinderspiel-Ausrüstung mit roter Bahner-Mütze, Stopp-Kelle, Trillerpfeife und Fahrkarten. Gibt's heute auch nicht mehr.
LöschenDer Münchner Hbf ist aktuell eine gigantische Baustelle. "Meinen" alten Bahnhof gibt es nicht mehr.
Fröhliche Grüße zurück!