Wir haben wieder Vollmond. Höchste Zeit bei ihm ein wenigTrost zu suchen. 😋
Danis Dachboden
Dienstag, 3. März 2026
Montag, 2. März 2026
Der nächste Sommer ...
... kommt garantiert, dachte sich der Marienkäfer und freute sich schon mal über den Frühling.
Poetisch ausgedrückt, denn wir wissen nicht ob ein Marienkäfer sich freuen kann. Wahrscheinlich folgt er einfach seinen angeborenen Trieben. Wie dem auch sei, schön ist es trotzdem anzusehen.
Freitag, 27. Februar 2026
Der Erich Kästner und ich
Im München der 1960er Jahre tummelte sich reichlich Prominenz aus Literatur, Musik und Film. Als Kind waren mir viele natürlich unbekannt (oder schlichtweg egal), aber den Erich Kästner kannte ich. Erstens weil sein Foto in seinen Büchern abgebildet war und zweitens weil er damals auch noch Lesungen an Münchner Schulen hielt (leider nicht an meiner).
Ab 1963 wohnten wir in der Tengstraße, unweit des Hohenzollernplatzes. Der damals schön bepflanzte Platz querte meinen täglichen Schulweg. Im Sommer war die Eisdiele 'San Marco' eine ewige Versuchung. Dort wurde das Eis noch traditionell italienisch gespachtelt und nicht in Kugelform aufgedrückt. Der grießgrämige Besitzer spachtelte uns Kindern immer eher sparsam eins auf die Waffel. Seine liebe Gattin war das genaue Gegenteil. Sie liebte Kinder und bei ihr gab es für unsere -.20 Pfennige praktisch die doppelte Portion. Klarer Fall dass wir immer auf 'Mama Marco' warteten bevor es an's spachteln ging.
Hier der ganze Platz in seiner vollen Pracht. Die Eisdiele 'San Marco' wäre in der Fortsetzung links im Bild. Leider hab ich davon kein Foto aus dieser Zeit, aber auch heute ist im ehemaligen 'San Marco' noch ein Caféhaus.
Ganz hinten links im Bild, das Lokal 'Schwabinger Weinbesser'. Dort musste ich jeden Tag zweimal auf dem Weg zur Schule vorbei. Genau an dieser Ecke vor dem Weinbeisser fanden auch immer unsere Buben-Boxkämpfe statt. Aber das wäre ein nasenblutiges Thema. Jedenfalls ...
... war ich eines Sommerabends noch im 'San Marco' um mir ein feines Nuss-Eis zu gönnen. Die Hausregel bei uns war, man musste vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein und deshalb waren die Abende im Sommer einfach die längeren und damit schöneren. Ich trödelte also Eis schleckend über den Hohenzollernplatz als mir Erich Kästner persönlich über den Weg lief. Ich muss ziemlich blöd erstaunt ausgesehen haben, weil er kurz grinste als er mich erstarrt stehen sah. Dann ging er zügig Richtung Weinbeisser und verschwand im Lokal.
Der 'Schwabinger Weinbeisser' war damals einer der angesagten Treffpunkte der Kulturszene. Später (als ich schon mehr Durchblick hatte) habe ich dort auch den Kabarettisten + Schauspieler Werner Finck oder den genialen Taubenvergifter Georg Kreisler gesehen.
Ab da wünschte ich mir ein signiertes Exemplar von 'Emil und die Detektive'. Ich schleppte also mindestens ein halbes Jahr meine Ausgabe im Schulranzen herum. Und immer einen kleinen Block plus Stift in der Tasche, um mir wenigstens ein Autogramm vom Kästner geben lassen zu können (falls ich das Buch nicht dabei haben sollte). Leider hat es nicht geklappt. Herr Kästner hat mir nie wieder die Ehre seiner Begegnung gegeben. Obwohl ich Abends ziemlich viel Eis auf dem Hohenzollernplatz verspeiste. Was tut man nicht alles für gute Literatur!
Den alten Platz gibt es als bepflanzte Freifläche heute leider nicht mehr. Durch den U-Bahn-Bau wurde dort reichlich betoniert und zugepflastert. Aber, im Zuge der Umbauten bekam Erich Kästner 1977 im nördlichen Teil seine eigene Straße. Ob das mit dem 'Schwabinger Weinbeisser' zusammen hing weiß ich allerdings nicht.
Mittwoch, 25. Februar 2026
In der Hamburger Fischstube
Einen meiner Lieblingsorte der Kindheit in den 1960er Jahren (und auch noch danach) gibt es in München schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr – die Hamburger Fischstube von Hein Esser am Isartorplatz.
Meine Eltern liebten Seefisch und ca. alle 6 Wochen ging's zum spachteln in die Esser'schen Stuben. Goldbarsch für Mama, Fischsuppe für Papa und der kleine Daniel wünschte sich immer panierte Fischfrikadellen mit Mayo-Kartoffelsalat.
Kinderportionen gab es damals nicht und ich hatte einen Teller für Erwachsene ganz alleine. An solchen Tagen hab ich zum Frühstück nur Tee getrunken, damit der Magen schon ordentlich knurrte wenn der feine Fisch auf den Tisch kam. Alles aufzuessen bedeutete schließlich gutes Wetter am nächsten Tag und gutes Wetter konnte der kleine Hosenträger am Spielplatz immer gut brauchen. 😀
Übrigens hat ein Nachfahre von Hein Esser alle Fischrezepte in einem Kochbuch zusammen gefasst, was es immer noch antiquarisch gibt (siehe Cover rechts unten).
Samstag, 21. Februar 2026
Münchner Dienstmänner + Schutzmänner 1960er Jahre
Über das erste Kino meiner Kindheit in München den Kristallpalast hab ich ja hier schon berichtet.
Heute wieder mal eine kleine Erinnerung an den alten Münchner Hauptbahnhof der in meiner Kindheit Anfang der 1960er Jahre noch nagelneu war und sehr schön aussah – Fotos+Berichte hier und hier.
Die Dienstmänner, die einem gegen Gebühr das Gepäck zum Zug oder zur Gepäckaufgabe brachten, waren sehr eigenwillige Charaktere. Ludwig Thoma hat ihnen mit seinem 'Engel Aloisius' ein Denkmal gesetzt.
Die einen waren dauergrantig und nörgelten missmutig vor sich hin. "Ja wos ham's denn in eanam Koffa? Bringas da Verwandschaft Felsbrockn ois G'schenk, oda wos, Sacklzementnomoinei."
Andere wiederum waren lustig und gesprächig wie Friseure. "Wo fahrt's hi? Nach Plattling! Da wohnt mei Exfrau! Sogts dem Grant-Scherb'n an scheena Gruaß vo mia! Haha!"
Die Schutzmänner von der Bahnpolizei rund um und im Bahnhof waren ähnliche Kaliber. Da gab es die sturen Paragraphenreiter und die kulanten, die alle Fünfe auch mal grade sein lassen konnten. Hektisch und menschenmassig ging es auch damals schon zu, auch Gewalttätigkeiten und Diebstahl waren unterwegs, aber für uns Kinder immer ein spannendes Gewusel.
Den Service der Dienstmänner gibt es schon lange nicht mehr. Wenn sie die rollenden Kleiderschränke sehen würden, mit denen Reisende heute unterwegs sind, würden sie vermutlich sofort streiken. Auch die Bezeichnung Schutzmann der Bahnpolizei hat sich geändert. Genau wie die Zuständigkeiten der einzelnen Behörden. Aber das wäre wieder ein anderes Thema. 😀
Freitag, 20. Februar 2026
Alle reden vom vielen Schnee …
… wir nicht. In Abwandlung eines Spruchs von Karl Valentin freuen wir uns über den Schnee. Weil wenn wir uns nicht freuen, schneit es ja trotzdem.
Außerdem – der nächste Frühling und Ostern kommen garantiert.
Auf 'Glück' reimt sich auf alle Fälle immer gutes 'Frühstück'. 😄
Donnerstag, 19. Februar 2026
Vertikaler Tomaten-Anbau
Im Internetz findet sich ja reichlich Unfug. Eine Sache von der ich bis jetzt noch nie was in der Realität gesehen oder gehört hab ist der sogenannte vertikale Tomaten-Anbau (z.B. auf dem Balkon).
So soll das angeblich funktionieren ... gegossen wird wie immer von oben. Die Tomatenpflanze wächst zwar zuerst Richtung Licht, kräuselt sich also nach oben, aber die Tomaten-Früchte sollen dann wieder alles nach unten ziehen. Klappt sowas wirklich?
Dienstag, 17. Februar 2026
Tillys Karnevalswagen 2026
Schon seit Jahrzehnten bereichert der Wagenbauer Jaques Tilly mit seiner satirischen Polit-Kritik die Karnevalszüge. Besonders gut hat mir dieses Jahr sein dritter Wagen gefallen, der die AfD als das zeigt was sie unter anderem sind – nämlich Landesverräter.
Der ernste Hintergrund – die AfD gibt brisante Informationen zu unserer Sicherheitslage an Russland weiter und gefährdet damit uns alle.
Sonntag, 15. Februar 2026
Echtes Männer-Spielzeug
Neulich kam der Kindskopf in mir wieder durch. Passiert immer öfter je älter ich werde.
Als 1967 der allererste Batman-Realfilm in die deutschen Kinos kam 'Batman hält die Welt in Atem', waren wir kleinen Hosenträger natürlich sofort Feuer und Flamme. Schon das Filmplakat versprach den völligen Wahnsinn.
Zeitgleich gab es von der englischen Firma Corgi Toys auch Batmans schwarzes Film-Auto im Handel. Und leider auch das Auto von James Bond (mit Schleudersitz und abschießbaren Raketen!). Die wollten alle kleinen Hosenträger haben. Meine Mutter weigerte sich hartnäckigst mir die Dinger zu kaufen. Ich sollte mir den Herzenswunsch gefälligst vom Taschengeld kaufen, damit ich mal merkte wie teuer die Dinger waren.
Schlanker Rede, dünner Sinn – beide Modelle konnte ich mir nicht zusammensparen. Der wochenlange Verzicht auf Kino-Besuche und (von Muttern verbotene) Cola-Getränke war nicht durchzuhalten. Schweren Herzens entschied ich mich für die James-Bond-Karre und jammerte dem Batmobil nach. Bis letzte Woche.
In Griffhöhe von kleinen (und großen) Hosenträgern an der Supermarktkasse angebracht – der Wühlkorb von 'Hot Wheels'. Direkt oben liegend das Batmobil. Da ging's mit mir durch und gekauft. Jetzt gehört es mir. Mit rund 60 Jahren Verspätung. Allerdings hab ich's jetzt in der roten Sonderlackierung. In Schwarz gibt es das Ding nämlich auch noch ... die Jagd geht also weiter. 😁 Fallera!
Samstag, 14. Februar 2026
Freitag, 13. Februar 2026
Gruppentherapie mit Elefant
Gestern machte in unserer Gruppentherapie die leitende Psychologin eine Geschichte des argentinischen Psychotherapeuten Jorge Bucay zum Thema – der angekettete Elefant.
Es geht um einen starken, mächtigen Zirkuselefanten, der nur von einem kleinen Pflock festgehalten wird und keine Anstalten macht, sich davon zu befreien.
Warum?
Weil dieser Elefant, als er noch ein schwaches Kind war, gelernt hatte, dass der Pflock stärker ist als er. Seitdem glaubt er, dass er zu schwach dafür ist und nicht fliehen kann. Ohne es je neu probiert zu haben.
Also – lass die Vergangenheit hinter dir. Probier es einfach aus. Man kann oft mehr als man sich zutraut. Wenn man trotzdem scheitert, muss man einen anderen Weg finden etwas zu bewältigen.
Donnerstag, 12. Februar 2026
Die Pflägekraft aus dem 'Haus Sonnenuntergang'
Ja, es gibt Tage da scheinen sich die ganzen Beleidigungen des Alters im eigenen Körper zu bündeln. Bei mir als alten weißen Mann (Bezeichnung der Gen-Z für einen wie mich) waren gestern Abend die Beine wieder mal einfach zum wegschmeißen. Das kommt davon wenn man's in jungen Jahren übertrieben hat. Mit was auch immer. Also im Alter ordentlich Pferdesalbe auf die Stelzen und versuchen alles mit Humor zu nehmen. In diesem Fall mit einem Buch von Sybille Bullatscheks Abenteuer als schwäbische Pflägekraft.
Hinter dem Künstlernamen 'Sybille Bullatschek' steht die deutsche Comedy-Autorin und Kabarettistin Ramona Schukraft und sie ist wirklich ein sagenhaftes Energiebündel. Die Kunstfigur der humorvollen Altenpflegerin 'Sybille Bullatschek' im 'Haus Sonnenuntergang' entwickelte sie ursprünglich 2008 für ein TV-Casting. Seit 2009 tourt sie mit verschiedenen Kabarettprogrammen wie "Volle Pflägekraft voraus!“ erfolgreich durch Theater, Pflegekongresse, Seniorenheime usw. In der Tube könnt ihr Ausschnitte aus ihren Programmen anschauen, falls euch lesen zu schwierig ist.
Also – verliert euer Gebiss bloss nicht auf der Hüpfburg, sondern besser beim lachen.














